Wir sind NO FOURTH WALL
Seit 2009 arbeiten wir vor allem in Berlin, Madrid und der Schweiz. Wir verstehen uns als ein Kollektiv, die meisten von uns sind Architekten und Performer.
In der Tradition von No Fourth Wall geht es um eine Inszenierungspraxis jenseits gewohnter Theaterformen, also dem Spannungsfeld zwischen Architektur, Performance, und Theater.

In unserer Arbeit ist uns das Experimentieren mit dem Raum besonders wichtig.
Anders als in klassischen Theaterformen können sich die Zuschauer während unserer Aufführung frei bewegen - sie müssen sich sogar bewegen, um Zugang zur Performance zu finden. Sie können wählen, was sie sehen wollen, für wie lange und in welcher Reihenfolge. Deswegen nicht nur wird am Ende des Abends kein Zuschauer die gleiche Performance gesehen haben sondern auch sind sie für das Ergebnis Verantwortlich. Die bisher inszenierten Arbeiten von NO FOURTH WALL waren zumeist "Architectonic Theater" in oft theateruntypischen Orten; in den meist performativen Rauminstallationen untersuchen wir die Grenze zwischen Zuschauer und Performer oder Zuschauer und Raum. Wir experimentieren damit die ‘vierte Wand’ wegzulassen, den Zuschauern steht ähnlich dem Wandern durch eine Ausstellung offen.

Thematisch kreisen wir um die Lebensbedingungen einer postmodernen Subjektivität, wobei wir uns neben zeitgenössischen Bühnentexten auch gerne historischer Textvorlagen mit poetischer Färbung bedienen. Texte sind nicht das Zentrum unsere Recherche und kommen nicht immer von Theater oder Literatur (Federico Garcia Lorca, Rodrigo Garcia, Herman Melville, aber auch David Foster Wallace, Gregory Bateson oder Joachim Bauer u.a.)
Wenn sich Zuschauer neugierig einen eigenen Weg durch unsere Inszenierung bahnen und sich auf spontane Interaktionen mit unseren Darstellern einlassen, dann haben wir richtig gearbeitet. Sicherlich setzen wir vorrangig auf ein Theaterpublikum mit Affinität zur Off-Szene und der entsprechenden Neugier.
Unsere oft dialogisch angelegten Inszenierungen verlangen dem Zuschauer nicht selten ein gewisses Wagnis ab, etwa wenn sie von einem unbekleideten Darsteller eingeladen werden, ihre Kleidung abzulegen. Es geht oft darum, Wahrnehmungsroutinen auszuhebeln und dem Publikum eine Art Struktur anzubieten, die über persönliche Grenzen oder Neugier hinausführt.

No Fourth Wall ist in Berlin entstanden und hier beheimatet, aber inzwischen international aufgestellt. Das Netzwerk von Machern und Darstellern umfasst bislang mehr als zehn Nationen.
Aus unserer mehrjährigen Theaterpraxis wissen wir, dass die fortschreitende kulturelle Globalisierung zu einer neuen Synchronizität führt und sich gerade die von uns angeschnittene Thematik einer „postsozialen“ Gesellschaft nicht auf den deutschen und europäischen Kulturkreis beschränkt. Insofern meinen wir, dass wir einen paradigmatischen Ansatz vertreten.
Mit Berlin haben wir aus unserer Sicht einen Aufführungsort vorgesehen, der derzeit zahlreiche globale Avantgarden anzieht und unsere Thematik daher in einer wachsenden Zielgruppe platziert.